So berechnest du den Stromverbrauch einer Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe holt den Großteil der Heizenergie aus der Umwelt, also aus Luft, Erdreich oder Grundwasser. Strom braucht sie nur für den Antrieb. Wie effizient das gelingt, beschreibt die Jahresarbeitszahl (JAZ). Eine JAZ von 3,5 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 3,5 kWh Wärme.
Beispiel: Ein Einfamilienhaus braucht 20.000 kWh Wärme im Jahr. Bei einer JAZ von 3,5 benötigt die Wärmepumpe dafür rund 5.700 kWh Strom. Mit einem Wärmepumpentarif von 28 ct/kWh sind das etwa 1.600 € im Jahr.
Wärmebedarf aus dem Gasverbrauch ableiten
Wenn du bisher mit Gas heizt, ist deine letzte Gasrechnung der beste Anhaltspunkt. Der Gasverbrauch in kWh, multipliziert mit dem Wirkungsgrad deiner alten Heizung (meist 0,85 bis 0,95), ergibt den tatsächlichen Wärmebedarf. Bei Öl rechnest du mit etwa 10 kWh pro Liter.
Was beeinflusst die Jahresarbeitszahl?
- Vorlauftemperatur: Je niedriger, desto effizienter. Flächenheizungen wie die Fußbodenheizung sind ideal, große Heizkörper funktionieren aber auch.
- Wärmequelle: Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen erreichen höhere Werte als Luft-Wasser-Wärmepumpen.
- Dämmung und Einstellung: Ein hydraulischer Abgleich und eine gut eingestellte Heizkurve machen oft mehrere Zehntel JAZ aus.
Häufige Fragen
Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe im Jahr?
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 15.000 bis 25.000 kWh Wärmebedarf sind es bei einer JAZ von 3,5 etwa 4.300 bis 7.100 kWh Strom pro Jahr.
Lohnt sich ein eigener Wärmepumpentarif?
Oft ja. Wärmepumpentarife sind pro kWh meist günstiger als Haushaltsstrom und werden über einen separaten Zähler abgerechnet. Vergleiche aber auch die Grundgebühr für den zweiten Zähler.
Ist eine Wärmepumpe günstiger als eine Gasheizung?
Das hängt vom Verhältnis zwischen Strom- und Gaspreis und von der Jahresarbeitszahl ab. Als Faustregel gilt: Liegt die JAZ über dem Verhältnis von Strompreis zu Gaspreis (inklusive Wirkungsgrad), ist die Wärmepumpe im Betrieb günstiger. Probier deine eigenen Werte im Rechner aus.