So rechnet der Heizkosten-Rechner
Ausgangspunkt ist der Wärmebedarf: die Wärme, die dein Haus im Jahr für Heizung und Warmwasser tatsächlich braucht. Jede Heizart erzeugt diese Wärme unterschiedlich effizient. Deshalb wird der Bedarf zuerst in die eingekaufte Energie umgerechnet und dann mit dem Preis multipliziert.
| Heizart | Eingekaufte Energie |
|---|---|
| Gas | Wärmebedarf ÷ Wirkungsgrad |
| Heizöl | Wärmebedarf ÷ Wirkungsgrad ÷ 10 kWh pro Liter |
| Wärmepumpe | Wärmebedarf ÷ Jahresarbeitszahl |
| Strom-Direktheizung | Wärmebedarf (1 kWh Strom = 1 kWh Wärme) |
Beispiel mit den Voreinstellungen: 140 m² in einem sanierten Haus ergeben rund 14.000 kWh Wärme. Eine Wärmepumpe mit JAZ 3,5 braucht dafür 4.000 kWh Strom, also etwa 1.240 € inklusive Grundpreis. Eine Gasheizung mit 90 % Wirkungsgrad braucht rund 15.600 kWh Gas und kommt auf etwa 1.890 €. Eine Strom-Direktheizung braucht die vollen 14.000 kWh Strom und liegt damit bei rund 4.900 €.
Den eigenen Wärmebedarf herausfinden
Am genauesten ist dein bisheriger Verbrauch. Die Werte pro Quadratmeter im Rechner sind nur grobe Richtwerte, denn Dämmung, Fenster, Lage und dein Heizverhalten machen viel aus.
- Gasheizung: Gasverbrauch in kWh von der Jahresabrechnung × Wirkungsgrad (meist 0,85 bis 0,95).
- Ölheizung: Verbrauchte Liter pro Jahr × 10 kWh × Wirkungsgrad. Beispiel: 2.000 Liter × 10 × 0,85 = 17.000 kWh.
- Energieausweis: Dort steht der Endenergiebedarf bzw. -verbrauch in kWh pro m² und Jahr. Multipliziere ihn mit der Wohnfläche.
Was der Vergleich nicht zeigt
Der Rechner vergleicht nur die laufenden Energiekosten. Für eine Entscheidung über eine neue Heizung zählen außerdem die Anschaffung, mögliche Förderung, Wartung und die künftige Preisentwicklung. Auf Gas und Heizöl wird in Deutschland ein CO₂-Preis erhoben, der in den nächsten Jahren steigen kann. Rechne deshalb ruhig mehrere Preisszenarien durch, indem du die Preise im Rechner änderst.
Häufige Fragen
Welche Heizung ist am günstigsten?
Im Betrieb ist meist die Wärmepumpe am günstigsten, sofern die Jahresarbeitszahl gut ist und ein günstiger Wärmepumpentarif genutzt wird. Gas und Öl liegen je nach aktuellem Preis dicht beieinander. Eine Strom-Direktheizung ist bei gleichem Wärmebedarf fast immer am teuersten, weil sie aus 1 kWh Strom nur 1 kWh Wärme macht. Mit deinen eigenen Preisen kann das Ergebnis anders aussehen, deshalb lohnt sich der Rechner.
Wie viel kWh Wärme braucht ein Einfamilienhaus?
Das hängt stark von Größe und Dämmung ab. Als grobe Orientierung: Ein gut gedämmter Neubau braucht etwa 50 kWh pro m² und Jahr, ein unsaniertes älteres Haus 200 kWh oder mehr. Bei 140 m² sind das zwischen etwa 7.000 und 28.000 kWh.
Wie viele kWh stecken in einem Liter Heizöl?
Ein Liter Heizöl EL enthält rund 10 kWh Energie. Wie viel davon als Wärme im Haus ankommt, hängt vom Wirkungsgrad deines Kessels ab.
Lohnt sich eine Strom-Direktheizung?
Als Hauptheizung selten, weil der Strompreis pro kWh deutlich höher ist als der Gas- oder Ölpreis. Für einzelne, selten genutzte Räume oder sehr gut gedämmte Häuser mit kleinem Wärmebedarf kann sie wegen der geringen Anschaffungskosten trotzdem sinnvoll sein.